WEBCounter by GOWEB

Mein Urlaub auf Rügen im April/Mai 2004

Der Urlaub fängt auf dem Campingplatz der Familie Meier in Prora an. Das Wetter ist sonnig bei der Ankunft am Sonntag, dem 18.04.2004 und es macht Spaß, sich einen schönen Stellplatz auszusuchen. Wir nehmen den Platz 6 im Sonneneck.

Dort stellen wir den Wohnwagen so hin, dass wir von mittags bis abends die Sonne im Zelt haben.

Unser erster Gast ist ein grasgrüner Frosch. Das nehmen wir als ein gutes Zeichen. Als Wohnwagen und Zelt stehen, nehme ich meinen Hund, den Max, an die Leine und wir beide gehen die Ostsee zu begrüßen. Schließlich muss sie wissen, dass wir da sind! Sie grüßt uns schon von weitem. Wir hören das Wellenrauschen und dann sehe ich sie - große Wellen mit weißen Schaumkronen. Sie glitzern im vergehenden Sonnenlicht. Alles sieht wunderschön aus und der Anblick löst das erste Glücksgefühl in mir aus.

Hinter dem Campingplatz ist ein großes Naturgebiet. Zuerst geht man auf Honneckerplatten durch ein morastiges Gebiet, wo das Wasser zwischen den Bäumen und Grasbüscheln bläulichschwarz aussieht. Dann kommt man in einen Buchenwald, der auf einer kleinen Anhöhe liegt. Dahinter ist es sehr abwechslungsreich. Es wechseln Büsche, Wiesen, Wald und Lichtungen, Berg und Tal. Alles leuchtet im neuen Frühlingskleid in verschiedenen Grüntönen und dazwischen immer mal wieder ein weiß blühender Kirschbaum. Ein Fest fürs Auge. Man kann stundenlang den Wegen folgen und hat immer wieder ein anderes, schönes Bild.

Jeder Tag wurde nach Wetter und Laune eingeteilt.

Wir fahren zur Stubbenkammer. Das Auto stellen wir auf den letzten Parkplatz in Saßnitz und laufen durch den wunderschönen Buchenwald, der gerade anfängt seine Blätter zu entfalten. So kann man am Rande der Steilwand noch sehr schön auf die Ostsee schauen, die tief unten liegt. Der Weg ist manchmal sehr mühsam, denn es geht immer wieder Holzstufen runter in eine Schlucht und an der anderen Seite wieder hinauf. Aber es lohnt sich trotzdem, denn die Sicht ist stets eine andere. Nur der Max ist ganz und gar nicht begeistert davon. Er ist schon ein altes Kerlchen und das Laufen fällt ihm nicht ganz so leicht.

Darum sind wir nur bis zu den Wissower Klippen gekommen, die uns aber so faszinierten, dass wir eine längere Pause machten. Dieses Bild ist sicherlich auf der ganzen Welt bekannt und schien mir immer so unwirklich. Jetzt habe ich mich davon überzeugt, dass es diese Felsformation wirklich gibt.

Bis zum Königsstuhl sollten es jetzt noch 6,2 km sein, das konnten wir Max nicht zumuten und sind quer durch den wunderschönen Wald zurückgegangen.

Kap Arkona ist ein viel besuchtes Stück von Rügen. Man sieht die Türme schon aus der Ferne. Wir fahren heute etwas vorher einen Feldweg bis zur Küste und stellen das Auto dort ab. Hier geht eine lange Treppe mit sehr unterschiedlichen Stufen hinunter zum Strand. Der Blick von dort oben auf die Ostsee ist überwältigend. Weißer Sand - Steine - dunkelblau bis grünes Wasser - Wellen mit Schaumkronen - glitzernde Punkte auf dem Wasser von der Sonne. Es ist wie das Gefühl von einer grenzenlosen Freiheit. Auch wenn man unten auf dem Strand steht ist dieses Gefühl nicht weg, denn all diese Farben und Eindrücke sind noch da.

Der Strand ist breit und anfangs besteht er nur aus weißem Sand und dann allmählich kommen Steine dazu. Erst sind es kleine und später große und sehr große, die bis ins Wasser hinein liegen, bis der Strand nur noch aus Steinen besteht. Das Ufer ist steil und mit hartem Gras bewachsen. Der Wind weht kühl, aber die Steine sind warm und ich wärme meine Hände mit ihnen. Das funktioniert. Später habe ich mich auf einen großen flachen Stein gesetzt und auf das funkelnde Wasser geschaut. Ganz hinten verschmilzt es mit dem blauen Horinzont und hin und wieder fährt ein Kutter, ein Segler oder ein anderes Schiff dort entlang. Das ist ein Platz zum Träumen.

Hier habe ich viele schöne Steine gefunden und auch Lochsteine, die ich wieder zu einer Kette zusammengebunden habe. Mit Steinen habe ich die Insel Rügen und ihre Bewohner und Touristen gestaltet, natürlich in künstlerischer Freiheit und ich habe mir eine Steinekiste zusammengestellt. Auch Steine mit Fossilien habe ich gefunden und dieses Mal sogar einen Donnerkeil. Das ist ein Überrest des Belemniten.

Binz ist die nächste Stadt vom Campingplatz aus und die habe ich oft mit dem Fahrrad aufgesucht. Sie ist wunderbar renoviert und restauriert worden und zeigt sich fast vollends in einem strahlenden Weiß, richtig vornehm. Das Kurhaus hat einen Anstrich in weiß und gelb bekommen und ein leuchtend rotes Ziegeldach, so kann man es von sehr weit her sehen. Ein ganz altes Haus etwa von 1850 haben wir entdeckt, es ist eines der ältesten noch bewohnten Wolgasthäuser. Es hat einen dunkelroten Anstrich und weiße Fenster.

Im Cafe Peters gibt es ein spezielles Gebäck, Rügenkreide. Schmeckt gut!

Gleich hinter Binz geht die Steilküste wieder los, nicht ganz so hoch wie hinter Saßnitz, aber auch durch sehr schönen Buchenwald geht der Weg rauf und runter, ohne Treppen. Dafür durch Schluchten, die mit gepolsterten Wegen aus Buchenlaub bestückt sind. Die Schluchten haben Namen wie "Teufelsschlucht". Die Bäume stehen bis ganz nah am Abgrund, zum Teil ragen die Wurzeln darüber hinaus und der Baum neigt sich gefährlich weit runter. Unten sieht man einen schmalen Kieselstrand. Jetzt im Frühjahr kann man noch durch die Zweige hindurch einen Blick auf Binz und die Kreideküste erhaschen, im Sommer ist das nicht mehr möglich.

Der südlichste Zipfel der Ostküste Rügens ist Klein Zicker. Dorthin führen wunderschöne Alleenstraßen. Gleich hinter Göhren mussten wir sogar eine Serpentine hochfahren. Da haben wir nicht schlecht gestaunt, wo doch sonst hier unten alles so flach ist. Es war auch nur dieser eine "Berg", der zwischen Göhren und Lobbe liegt. In Lobbe ist der Strand nicht so einladend. Er ist schmal und es liegen sehr viele Algen herum, was dem Strand einen schmuddeligen Anschein gibt. In der Bucht wippten 13 Schwäne auf den Wellen. - Die Steilküste ist hier mehr sandig als felsig, denn wir sahen große Brocken unten liegen, die vor kurzem erst abgebrochen waren.

Weiter gehts nach Thiessow auf einer Straße, die an einer Seite von geduckten Waldstreifen und dahinter die Ostsee und an der anderen Seite von Wiesen und dem Bodden eingerahmt ist. Dahinter macht die Straße einen scharfen Knick nach Klein Zicker, welches ein kleines, hübsches aber verschlafenes Örtchen ist. Hier gehts nicht weiter. Am Ende der Ortschaft ist das Land abgebrochen, da kommen Ostsee und Bodden zusammen. Man hat eine weite Sicht zum Festland, wo Struck liegt und sogar die wahrscheinlich unbewohnte Insel Ruden war zu sehen.

An einem sonnigen Tag und bei blassblauem Himmel fahren wir an die Nord-West-Seite von Rügen in die Umgebung von Dranske. Auch dort ist Steilküste. Es wurden hier viele Ferienhäuser neu gebaut zu den alten Datschen aus der DDR-Zeit. Eine sehr abgelegene Gegend, nur Ferienhäuser und eine Kneipe. - Auf einem Plankenweg gehen wir durch ein geschütztes Heidegebiet. Es gibt nur ganz steile Treppen-Abgänge nach unten zum Strand, die wir dem Max nicht zumuten können. Wir müssen lange suchen, bis wir einen Abgang gefunden haben wo Max hinunter rutschen kann. Von unten gesehen sieht alles wundervoll aus. Steile, helle Küste, weißer Sand, blaues Wasser und viele schöne Steine.

Die Westküste von Rügen ist ganz flach und es gibt überwiegend Felder. Sehr schöne Alleenstraßen führen uns nach Schaprode. Rechts und links der Straßen schaut man auf riesige Rapsfelder mit ihrem leuchtenden Gelb und ein Duft zieht in unsere Nasen, die Appetit auf eine Scheibe Brot mit Rapshonig machen. Ein paar Wiesen dazwischen sind Aufenthaltsorte für Störche, die mit ihren langen Beinen umherstolzieren. Man kann mit dem Auto in den Ort Schaprode hineinfahren, aber man kann nicht parken, es sei denn man bekommt einen "privaten" Parkplatz, den die Bewohner in ihrem Hof anbieten. Sonst muss man das Auto vor dem Ort auf einem großen bewachten Parkplatz stehen lassen.

Der Ort hat mir sehr gefallen. Die Straßen werden von kleinen geduckten Häusern gesäumt, meistens aus rotem Backstein mit weißen Fenstern und mit Reet gedeckt. Ein schmaler mit Blumen oder Rasen bepflanzter Vorgarten und davor, die Straße entlang, dicke, weiß gestrichene Steine, machen den Eindruck eines sauberen, gemütlichen Ortes. Hier ist ein kleiner Hafen für Yachten und für Wasseertaxis und Fähren mit denen man nach Hiddensee übersetzen kann. Das Auto kann man nicht mit hinüber nehmen.

Im Binnenland gibt es viele Hühnengräber.

Eines Tages sieht der Strand beim Campingplatz ganz anders aus. Große Teppiche Algen kommen angeschwommen, wodurch das Wasser schwarz aussieht. Der Strand ist mit angehäuften Muscheln übersät. Dabei sind sehr viele, die noch geschlossen sind, große und kleine. Sowohl die Seevögel als auch Krähen und Elstern machen sich darüber her. - Tote Tiere liegen am Strand, zwei große Lachse, ein Hornhecht, eine große Krabbe und ein Flugtier, was man nicht mehr identifizieren kann, denn es hat schon irgendwelche Mägen gefüllt. Es muss ein Taucher oder ein Kormoran gewesen sein.

Manchmal ist die Ostsee glatt wie ein Spiegel und andermal tobt sie so, dass das Geräusch ohrenbetäubend ist. An schönen Tagen ist ihre Farbe blau und grün oder blau und violett, bei Regen ist sie grau.

Den Rügendamm muss ich unbedingt noch erwähnen. Ich habe noch nie erlebt, dass dort keine Angler stehen. Bei schönen Wetter stehen sie dort Mann an Mann mit ihren Angeln und sie fangen sogar Fische. Auf dem Stralesund schippern zugleich unzählige Boote mit Anglern. Wenn man darüber lacht, dann sagen einem die Leute: "Angeln kann man überall, aber Fische fängt man auf Rügen".

Ich habe auf Rügen eine neue Brotsorte kennen gelernt: MEERESRAUSCHEN. Vitale Kraft im Laib und es sind Algen darin eingebacken. Die schmeckt man heraus!.

Das war mein diesjähriger Urlaub und die Eindrücke dazu. Natürlich gibt es auf Rügen noch viele andere Gegenden und Gebäude und Sehenswürdigkeiten. Ein Urlaub, oder auch mehr, auf Rügen lohnt sich auf alle Fälle.


RegiAlfer | info@regialfer.de