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Zauber der Natur

Sommer, Sonne und blauer Himmel locken in die Natur. Wer möchte da schon im Haus sitzen und durch die Fensterscheibe die Schönheit der Natur ansehen? Jetzt ist die Zeit der Spaziergänge, der Fahrradtouren. Das Auto bleibt in der Garage.

Sobald ich mich aufs Fahrrad gesetzt und in die Pedalen getreten habe, merke ich den Wind im Gesicht und im Haar. Es ist wie ein Streicheln auf der Haut. Der Wind zupft an der Kleidung, als ob lustige Windgeister mich necken und mit mir spielen wollen. Ein Gefühl der Freiheit durchflutet mich. Das Fahrrad bringt mich schneller vorwärts als es meine Füße können und trotzdem kann ich alles um mich herum noch sehr gut beobachten.

Ein Weg unter Bäumen nimmt mich auf. Dort blinzelt die Sonne durch das Blätterdach und malt Sternenbilder auf das Pflaster des Radweges. Die Fahrgeschwindigkeit gaukelt mir vor, dass ich durch Sternschnuppen fahre. Es wird hell und dunkel, es blinkt und blinzelt. Die hellen Flecken tanzen vor meinen Augen. Das ist das pure Glück, was man daraus schöpfen kann. Ich muss mich einfach freuen über einen so schönen, hellen, freundlichen Sommertag. Die ganze Natur ist hell und freundlich.

Diese Bäume, die solche Bilder ermöglichen sind groß, stark und haben eine breite dichte Blätterkrone. Sie brauchten eine sehr lange Zeit, bis sie so geworden sind. Sie hatten Platz, Luft und Sonne und konnten gesunde Wurzeln entwickeln. Im Frühjahr haben sie Knospen gebildet, die sich zu zarten Frühlingsblättern entwickelten und haben Saft und Kraft aus den Wurzeln bis in die Spitze geschickt, damit im Sommer ein wunderbares Blätterdach entstehen konnte. Mir schenkt dieses Gewölbe Schatten und gesprenkeltes Licht und auch ein Gefühl der Geborgenheit, der Sicherheit. Bei Regenwetter halten die Blätter die Nässe von mir fern. Es ist, als würde man unter einem Dach stehen, was zwar ein wenig durchlässig ist, aber trotzdem einen gewissen Schutz bietet.

Ich fahre an Feldern vorbei, die mich nachdenklich machen. Hier stand der Weizen noch vor zwei Wochen. Er sah gut aus, goldgelb und prall gefüllt. Unser aller Brot. Er ist inzwischen gemäht worden und jetzt ist hier ein goldgelbes Stoppelfeld, welches noch immer schön aussieht. Es lässt uns aber den Herbst erahnen. Er ist nicht mehr fern, wenn die Felder gemäht werden. Der Weizen, Roggen, Gerste und Hafer werden geerntet, gedroschen, gemahlen. Sie sollen dafür sorgen, dass wir Menschen zu essen bekommen. Das Stroh dient dem Vieh, damit sie es warm und sauber in ihren Ställen haben. Die Natur sorgt für alle.


Da ist der Kartoffelacker. Das Kraut sieht an einigen Stellen noch recht gut aus, an anderen Stellen fängt es an braun zu werden, zu welken. Das Kraut wird nicht mehr gebraucht, es hat seinen Dienst getan. Wir werden die Knollen aus der Erde buddeln. Sie sind unsere Nahrung, sie lassen uns leben.

Ist dieser Vorgang nicht zu vergleichen mit dem Menschenleben? Der Anfang ist ein Same und daraus entsteht - ganz einfach gesehen - ein Mensch. Es kommt darauf an, ob der Acker gut vorbereitet ist und dieser kleine Mensch sich gesund entwickeln kann. Dann wächst er zu einem munteren, fröhlichen und unbekümmerten Kind heran.


Eine kleine Pflanze.

Daraus wird ein stolzer, aufrechter und strebsamer Jugendlicher und wenn er Glück hat, seine Bildung gut ist und er genug Förderung und Unterstützung erhält durch Eltern und andere Erwachsene wird aus ihm ein Erwachsener, der gesund an Körper und Geist ist.

Die Pflanze erhält gute Nahrung und wächst auch heran, sie wird beobachtet und gepflegt, um dann zur Blüte zu kommen.

Der Mensch wird sich immer weiter entwickeln, bis diese Entwicklung eines Tages zum Stillstand kommt. Seine Haut wird faltig, sein Haar grau. Aber er hat dafür gesorgt, dass sein Leben nicht umsonst war. Er hat Nachkommen, die für ihn da sind.

Die Pflanze trägt Früchte in ihrem Alter. Sie gibt sie ab an Mensch und Tier und viele Pflanzen sterben danach oder werden abgemäht, gerodet oder ziehen sich zurück ins Erdreich vor dem Winter.

So schließt sich der Kreis.


Diese Überlegungen habe ich auf einer Bank am Wegesrand gemacht und mir ist auch zwischendurch der Gedanke gekommen, dass so manche Pflanze, so manches Tier und auch so mancher Mensch durch Unglück, durch Unwetter und Krankheit nicht die Blüte der Jahre erreicht, oder im Alter sehr unglücklich ist.

Es wäre schön, wenn wir Menschen uns das Leben nicht gegenseitig schwer machen würden, sondern uns überall da helfen, wo es nötig ist.


Die Natur beschert mir aber auch Freuden durch Blumen und Gräser, die am Weg wachsen, das "Unkraut". Es ist kein schönes Wort für so eine Vielfalt von Blüten und Farben.


Wer bestimmt schon, was "Unkraut" ist? Es sind viele Pflanzen darunter, die zur Heilung dienen oder aber gutes Futter für Pferd, Rind und Schaf sind.


Aber fürs Auge stellen sie zu bestimmten Zeiten eine Fülle von Farben und Formen zur Schau.

Es ist schön, wenn die Wegränder nicht gemäht sind, denn dort können diese Pflanzen sich entwickeln und uns Freude schenken.


Sehen wir uns die Disteln an. Sie sind wehrhafte Pflanzen mit vielen spitzen Stacheln an den Blättern. Manchmal bilden sie einen richtigen Distelwald. Aber ihre Knospen und ihre Blüten sehen herrlich aus. Das ist dann noch nicht alles,
denn wenn sie verblüht sind, dann stehen sie in weißem Flaum da, der aussieht wie Frau Holles Bett.


In Gelb zeigt sich der Rainfarn, die Nachtkerze, die Königskerze und der Hahnenfuss, in Rot der Klee, der Blut-Weiderich, in Weiß der Geißfuß, die Schafgarbe, in Blau die Lupine,die Kornblume. Selbst die Brennessel ist ein interessantes Gewächs, obwohl sie keine Lieblingsblume sein kann.


Der Fahrradweg führt an Bauerngärten vorbei, wo mir reife Früchte von den Bäumen her zublinzeln. Äpfel, Birnen und Pflaumen sind reif, oder fast reif. Sie sehen einladend aus, zum Hineinbeißen.

Auf dem Hühnerhof ist reges Treiben. Es ist ein buntes Durcheinander und der stattliche Hahn hat alles unter Kontrolle.


Beim nächsten Bild huscht unwillkürlich ein Lächeln über das Gesicht. Dort ist eine Stute mit ihrem Fohlen. Das Fohlen sucht Schutz bei der Mutter, die ihm den auch bereitwillig gibt. Sie äugt zu mir hin und beobachtet jede Bewegung. Trotzdem sieht sie so aus, als würde sie spüren, dass ich ihr nichts Böses will.


Jetzt folgen die Weiden mit dem Vieh. Es ist gerade Ruhezeit, da wird bedächtig noch einmal das gegessen, was schon mal im Magen verschwunden war. Die Tiere haben schöne Wiesen. Jetzt sind sie noch grün und saftig. Bald werden sie nicht mehr das Futter hergeben, was so große Tiere brauchen.



Wenn man sich ruhig verhält kann man diese Wasservögel gut beobachten. Ihre Schwimmkünste sind enorm.

Der Weg führt jetzt an der Ems entlang. Sie fließt stetig und ruhig durch ihr Bett. Sowohl große Frachtschiffe als auch Freizeitboote und sogar manchmal Ruderer sind hier unterwegs. Aber der Verkehr ist nicht so rege, als dass sich die Enten, Kormorane, Wasserhühner, Taucher und Nilgänse fürchten würden. Sie schwimmen ganz so wie sie wollen ihre Strecken ab. Die Nilgänse sind wohl irgendwann einmal hier als Durchzugsgäste hängen geblieben und haben sich vermehrt.


Durch Feld und Flur geht es wieder heimwärts. Unterwegs liegt noch eine schöne Fasanenfeder. Die Fasanen selber sind sehr scheu. Sie laufen wie der Blitz, wenn man näher kommt und wenn es ganz brenzlig wird, dann fliegen sie mit lautem Geschrei davon.

Es gibt noch so viel zu sehen, dass man nicht alles aufschreiben kann. Da sind noch die Kaninchen, die Eichhörnchen und viele, viele Vögel, die mit ihrem Gesang eine Fahrradtour ständig begleiten.


Nicht vergessen sollte ich den Himmel. Hier im Emsland ist er selten langweilig, einfarbig blau. Es ziehen immer schöne dicke weiße Wolken dahin, in denen eine eigene Philosophie steckt. Sie bilden Formen, die sich ständig verändern und ich kann mir immer wieder ein neues Bild erfinden, was sie darstellen.

Es ist eine zauberhafte Welt in der wir leben, wir müssen nur schauen und werden immer wieder erneut staunen was es in der Natur alles zu sehen und hören gibt.



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