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Winter und seine Feste

Der Winter ist die kälteste unserer vier Jahreszeiten. Er steht für die "dunkle Jahreszeit". Obwohl der Kalender den Winter erst am 22. Dezember einläutet, empfinden wir die Kälte desselben schon im November. Dann ziehen Nebel auf, die Tage werden kürzer, die Temperatur kommt selten über die 10° Grenze und die Nächte sind schon bitterkalt.

Die Sommerkleidung verschwindet, und im Schrank machen sich Wollsachen breit und der Wintermantel wird begutachtet, ob er noch eine Saison mitmachen kann. Dicke Socken, Handschuhe, Schal und Mütze werden bereit gelegt. Sie können jeden Tag gebraucht werden. Leider kommt jetzt auch vermehrt der Regenschirm zum Einsatz, was Wind und Kälte nicht angenehmer macht.

Unsere Dichter finden aber trotzdem schöne Seiten am Winter. Das sollten wir ihnen nachmachen:

Wenn die Blätter von den Bäumen stürzen,
die Tage täglich sich verkürzen,
wenn Amsel, Drossel, Fink und Meisen
die Koffer packen und verreisen,
wenn all die Maden, Motten, Mücken,
die wir versäumten zu zerdrücken,
von selber sterben - so glaubt mir:
Es steht der Winter vor der Tür!
Ich lass ihn stehen!
Ich spiel im einen Possen!
Ich hab die Tür verriegelt und gut abgeschlossen!
Er kann nicht rein! Ich hab ihn angeschmiert!
Nun steht der Winter vor der Tür - und friert!

(Heinz Erhardt)

Der See hat eine Haut bekommen,
so dass man fast drauf gehen kann
und kommt ein großer Fisch geschwommen,
so stösst er mit der Nase an.

Und nimmst du einen Kieselstein,
und wirfst ihn drauf, so macht es klirr
und titscher - titscher - titscher - dirr..
Heißa, du lustiger Kieselstein!

Er zwitschert wie ein Vögelein,
und tut als wie ein Schwälblein fliegen -
doch endlich bleibt mein Kieselstein
ganz weit, ganz weit auf dem See draußen liegen.

Da kommen die Fische haufenweis
und schaun durch das klare Fenster von Eis
und denken, der Stein wär etwas zum Essen;
doch sosehr sie die Nase ans Eis auch pressen,
das Eis ist zu dick, das Eis ist zu alt,
sie machen sich nur die Nasen kalt.

Aber bald, aber bald
werden wir selbst auf eignen Sohlen
hinausgehn können und den Stein wiederholen.

(Christian Morgenstern)

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
ich hab nichts, was mich freuet,
verlassen steht ein Baum im Feld,
hat längst sein Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume.
Da rührt er seine Wipfel sacht
und redet wie im Traume.

Er träumt von künftger Frühlingszeit,
von Grün und Quellenrauschen.
Wo er im neuen Blütenkleid
zu Gottes Lob wird rauschen.

(Josef Freiherr von Eichendorff)

Die Nacht kann nicht so dunkel sein,
dass nicht irgendwo ein kleiner Stern zu finden wäre.
Die Wüste kann nicht so trostlos sein,
dass nicht irgendwo eine kleine Oase zu entdecken wäre.
Irgendwo bleibt uns immer eine kleine Freude.
Es gibt Blumen, die blühn selbst im Winter.

(Phil Bosmans)

Der Winter ist kalt, dunkel und streng - und hat doch mehr Festtage, die ihn erhellen, und mehr Stimmungen, die ihn erwärmen, als die anderen drei Jahreszeiten zusammen. Da sind Advent, Nikolaus und Weihnachten wichtige christliche Feste eng mit der dunklen Jahreszeit verbunden.

Die Adventszeit ist die festlich begangene Zeit der Vorbereitung und Erwartung der Ankunft Christi. Das Licht ist ein Symbol für Hoffnung und die Abwehr des Bösen und es vertreibt die Dunkelheit. Für die Adventszeit wird ein Kranz aus Tannenzweigen gebunden, auf dem 4 Kerzen angebracht werden.

Zum Advent

Bleib einmal stehn und haste nicht
und schau das kleine stille Licht.
Hab einmal Zeit für dich allein
zum reinen Unbekümmert sein.
Lass deine Sinne einmal ruhn
und hab den Mut zum Gar-Nichtstun.
Lass diese wilde Welt sich drehn
und hab das Herz, sie nicht zu sehn.
Sei wieder Mensch und wieder Kind
und spür wie Kinder glücklich sind.
Dann bist von aller Hast getrennt
du auf dem Weg hin zum Advent.

***

Im Advent bei Kerzenschein,
die Kindheit fällt dir wieder ein.
Ein Adventskranz mit seinen Kerzen
lässt Frieden strömen in unsere Herzen.
Des Jahres Hektik langsam schwindet
und Ruhe endlich Einkehr findet.
Ein Tag, er kann kaum schöner sein,
als im Advent bei Kerzenschein.

(Elise Hennek)


Nikolaus ist seit 1555 als Gabenbringer der Kinder belegt. Er beschenkte die Kinder damals mit Nüssen, Kletzenbrot und Dörrobst, aber auch mit anderen nützlichen Dingen des täglichen Lebens. Genauso wird es auch heute noch zelebriert.

Der Nikolaus hat vielerorts noch einen Begleiter bei sich, den Knecht Ruprecht, der die Kinder beschenkt oder sie auch wegen ihres unchristlichen Tuns mit der Rute bestraft. Nikolausabend ist der 5.12., wo die Kinder ihre geputzten Schuhe vor die Tür stellen, oder die Strümpfe aufhängen, damit der Nikolaus diese über Nacht mit Süßigkeiten und Geschenken füllt. Schon in einem alten Vers heißt es:

"Sankt Nikolaus, leg mir ein,
was dein guter Wille mag sein.
Äpfel, Nüsse, Mandelkerne
essen kleine Kinder gerne!"











Am 24., 25. und 26. 12. feiern wir das Weihnachtsfest. Erst im Laufe des 7. und 8. Jahrhunderts verbreitete sich in Deutschland das Datum des 25. Dezembers als Festtag an dem Christi Geburt gefeiert wurde. Auf der 813 stattfindenden Mainzer Synode wurde dieser Tag offiziell zum "festum nativitas Christi" erklärt.

Heutzutage ist Weihnachten aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Statt Ruhe und Besinnlichkeit lautet das Motto allerdings "Geht her und kaufet". Die Konsumtempel und Einkaufsstraßen der Innenstädte werden weihnachtlich geschmückt und Weihnachtsmärkte locken mit Glühwein und typischen Spezialitäten.

Wann fängt Weihnachten an?

Wenn der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt,
wenn der Starke die Kräfte des Schwachen liebt,
wenn der Habewas mit dem Habenichts teilt,
wenn der Laute mal bei dem Stummen verweilt
und begreift, was der Stumme ihm sagen will,
wenn der Leise laut wird und der Laute still,
wenn das Bedeutungsvolle bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige wichtig und groß,
wenn mitten im Dunkel ein winziges Licht
Geborgenheit, helles Leben verspricht,
und du zögerst nicht, sondern du gehst,
so wie du bist, darauf zu,
dann, ja dann
fängt Weihnachten an.

(Rolf Krenzer)

Wir sollten Brücken bauen
von der Erde zum Himmel,
damit das Licht der Weihnacht
hell leuchte in das Dunkel unserer Erde
und uns den Weg zeige zu Frieden und Eintracht.



In die Winterzeit fallen aber auch der Jahreswechsel mit Silvesterspektakel und Neujahrsfest.

Der 31. Dezember ist der letzte Tag im Jahr. Wie mit allen Festtagen, so verbinden sich auch mit Silvester Bräuche, Sitten und allerlei Aberglaube.

In der Nacht zum Jahreswechsel geht es schon seit Urzeiten um die Abwehr von bösen Geistern. Geknalle und lärmende Umzüge sorgten für den nötigen Krach, die bösen Geister fernzuhalten.


Heute wird dieses Brauchtum auf der ganzen Welt durch große und kleine Feuerwerke ersetzt. Jahr für Jahr werden horrende Summen für Knaller, Böller, Schwärmer und vor allem Raketen ausgegeben, die in die Luft gejagt werden. Kirchenglocken, Musik und Sektkorken sind von Silvester nicht wegzudenken, genauso wie die Glückwünsche.

"Ein gutes und gesegnetes neues Jahr" ist der typische Gruß zum Neuen Jahr. Oder man wünscht "einen guten Rutsch", was nichts mit dem Hinüberrutschen ins neue Jahr zu tun hat. Der Ausdruck geht auf das hebräische Wort "rosch" zurück, das "Anfang" bedeutet, also den Beginn des neuen Jahres.

Sind dann die ersten Sekunden des neuen Jahres angebrochen, stösst man mit einem Glas Champus an und sagt "Prosit Neujahr" oder "Prost Neujahr". Das Wort "Prosit" ist lateinisch und bedeutet "es möge gelingen".

Zum Neujahr werden gute Wünsche verschickt, die alle die Hoffnung ausdrücken, dass das neue Jahr den Mitmenschen Glück bringen möge.

Das neue Jahr hat grad begonnen,
die ersten Vorsätz' sind zerronnen.
Was soll's? Es gibt kein Zurück!
Zum Neuen viel Erfolg und Glück.

Prosit Neujahr", rufen wir nun aus.
Das neue Jahr bringt Glück ins Haus.
Was wir im alten falsch getan,
das fangen wir von neuem an.


Auch Glücksbringer haben dann Hochkonjunktur. Noch am jungen Neujahrstag kennt man vielerorts das Bleigiessen. Mit einem dafür vorgesehenen Löffel wird ein Stück Blei über einer Kerzenflamme erhitzt, geschmolzen und dann rasch in ein Gefäß mit kaltem Wasser geworfen. Aus den daraus entstandenen Figuren wird "gelesen", was die Zukunft demjenigen bringt.

Verschenkt werden Blumentöpfe mit dem "Glücksklee". Meistens hängt auch noch ein Kaminkehrer daran, oder (und) ein Glückskäfer. All das soll Glück bringen.

Weit verbreitet sind auch Glücksschweine, meistens aus Marzipan. Wer über viel "Schwein" verfügte, galt bei den Griechen und Römern als privilegiert und gut situiert.

Der Marienkäfer gilt als Himmelsbote der Mutter Gottes, daher der Name. Beschützt die Kinder, heilt die Kranken, wenn er ihnen zufliegt. Niemals darf er abgeschüttelt oder gar getötet werden, das bringt Unglück.

Es gibt noch mehr Facetten des Aberglaubens, die mit Neujahr verbunden sind. Für mich gilt z.B., dass ich über Silvester und Neujahr keine Wäsche zum Trocknen hängen lasse. Das bringt Unglück und viel Arbeit im nächsten Jahr.

So mancher löffelt am Neujahrstag seine Linsensuppe aus, damit das Kleingeld im neuen Jahr nicht ausgeht. Oder man muss Sauerkraut verzehren, was das gleiche Ergebnis bringt.

Oder man gönnt sich etwas ganz besonders Gutes am Neujahrstag, weil man sagt: "Wer über die Jahre gut schmaust, hat das ganze Jahr vollauf".

Oder aber man isst den Neujahrskarpfen. Dazu gehört, dass der Hausherr eine Fischschuppe unter den Teller legt. Diese muss das ganze Jahr über im Geldbeutel aufbewahrt werden. Das soll einem immer ein volles Portemonnaie garantieren.

Nun, wem's hilft ist es gut, denn der Glaube kann Berge versetzen.

Wem das alles noch nicht genug ist, der hält sich an ein weiteres Winterfest. Das ist der Karneval oder Fasching. Das ist die närrische Zeit, die schon am 11.11. beginnt und im Februar etwa endet mit den Rosenmontagsumzügen und den Fastnachtssitzungen in den närrischen Metropolen. Es gibt da die Gelegenheit seine Ausgelassenheit richtig zur Geltung zu bringen. Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei, die Narretei hat ein Ende.

Meinen Besucher(inne)n wünsche ich einen schönen Winter und für all diese Festtage ein gutes Gelingen, viel Freude und eine gemütliche Zeit.

Alles Gute, Glück und Gesundheit für das Jahr 2006.


RegiAlfer | info@regialfer.de