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Paris - eine Reise wert.

Zusammen mit einer Mailfreundin habe ich eine Reise nach Paris geplant. Wir kamen uns schon etwas abenteuerlustig vor, aber bereits die Planung hat sehr viel Spaß gemacht. Es kam uns gar nicht in den Sinn, dass etwas schief gehen könnte.

An einem ganz normalen Montag fing unsere Reise an.

Wir sind am ersten Tag bis nach Senlis gefahren, haben dort die Autobahn verlassen und uns in einem der vielen kleinen Orte eine Unterkunft für die Nacht gesucht. Die Hotels sahen uns alle zu schäbig aus, die wir am Straßenrand sahen und so sind wir eine ganze Weile herumgefahren. Dann sahen wir ein Schild mit einem Bett darauf und suchten dieses Bett. Das war wieder mit ein paar Umwegen verbunden. Aber wir fanden es schließlich in einer alten Postkutschenstation. Es war sehr schön, ja niedlich eingerichtet und ganz unterm Dach. Unser Abendessen bekamen wir in einem der 2 Restaurants des Ortes, wobei wir keine Wahl hatten, da das Erste geschlossen hatte. Aber es war gut und wir haben danach sehr gut geschlafen.

Nach einem typisch französischen Frühstück, eher spartanisch, mit Café au Lait, Pan und Marmelade, fuhren wir nun frisch und fröhlich nach Paris.

Wir wussten, dass auf der Peripherie immer sehr viel Verkehr herrscht, aber was da vor sich ging, das übertraf unsere Erwartungen. Vier Fahrstreifen voller Autos und zwischen dem 3. und 4. Fahrstreifen hatten die Motorradfahrer noch einen Streifen für sich aufgemacht. Sie fuhren wie die Henker und schimpften, wenn sich ein Auto zu dicht an den weißen Streifen heran machte, denn dann wurde es zu eng für sie und sie mussten bremsen.

Unser Ziel war eine Ausfahrt, an der ein Hotel Campanille eingezeichnet war. Es sah auf dem Plan so einfach aus, stellte sich aber dann doch als sehr schwierig heraus. Die Theorie stimmte mit den Tatsachen nicht überein und wir fuhren viele Kilometer umsonst, ohne dieses oder ein ähnliches Hotel zu finden.

Wir sind zurück auf die Peripherie und dann schließlich nach Versailles gefahren, um uns dort einzuquartieren. Unsere Vorstellung, dass es dort einfacher wäre, wurde zerstört. Es war genauso schwer. Aber wir sprachen uns gegenseitig immer wieder Mut zu und schließlich haben wir das Novotel gesehen und sind schnurstracks in die Tiefgarage gefahren. Die Zimmer waren jedoch alle besetzt. Aber die Dame an der Rezeption war so freundlich und hat herumtelefoniert und uns ein Zimmer im MERCURE reserviert. Da wir den Weg nicht wussten, malte sie ihn uns auf. Das Kunstwerk war so gut, dass wir uns doch noch mal verfahren haben, aber schließlich fanden wir es. Ein nobles Hotel! Ein sehr schönes Zimmer und eine Bleibe für die nächsten Tage für uns. Wir waren hoch erfreut, dass wir das geschafft hatten.

Da uns der Verkehr auf den Straßen von Paris zu schlimm war, beschlossen wir am nächsten Tag mit dem Taxi in die Stadt zu fahren. Diese Investition hat sich gelohnt, denn wir hätten schwerlich einen Parkplatz gefunden und unsere Nerven hätten blank gelegen nach dieser Fahrt.

Wir stiegen am Arc de Triomphe aus dem Taxi aus und haben ganz tief durchgeatmet. Das war nun Paris - und wir waren angekommen, diese Stadt zu erobern.

Dem Arc de Triomphe galt also unser erstes Foto, nachdem wir die vergeblichen Versuche eines Gendarmen beobachtet hatten, den Place de Gaulle verkehrsmäßig in den Griff zu bekommen.

Entlang der Champs des Elysees stehen erst mal Alleebäume, schön beschnitten, dann ein schmaler Streifen parkähnliches Gelände, wo man wunderbar spazieren kann. Die alten, großen Häuser sehen durch ihre Patina richtig gut aus. Sie haben viele Verzierungen aus Stein und Eisen, schwarz oder mit Gold beschichtet. Die Straßencafés sehen alle sehr einladend aus und sind von Bäumen beschattet, überdacht, oder mit Sonnenschirmen versehen.

Die Champs des Elysees endet in den Place de Concorde, wo ein über 3000 Jahre alter Obelisk in den Himmel ragt. Er stammt aus Luxor und ist ein Geschenk eines Herrschers gewesen. Der Platz ist auch riesig. Wir überquerten ihn und gingen durch den Park dahinter bis zum Place de Carrousel, wo ein kleiner Arc de Triomphe steht.

Und weiter geht es bis zum Louvre, ein gewaltiger Bau! Der Eingangsbereich ist eine Glaspyramide, die aus Glasrauten zusammengesetzt ist. Hier prallt das Moderne mit dem Altertümlichen so krass zusammen, dass der Anblick sehr merkwürdig ist. Ich weiß nicht, ob ich das so gut finde.

Anschließend war die Basilique de Sacré Coeur auf unserem Plan. Dafür mussten wir nach Montmartre. Das wollten wir mit derMetro bewerkstelligen. Die muss man ja auch benutzen wenn man in Paris ist. Sonst sind die Wege zu lang, wenn man in kurzer Zeit viel sehen will. Diese U-Bahn-Schächte sind ja ein Phänomen und man braucht schon eine gewisse Zeit, bis man das System durchschaut hat und die richtige Bahn benutzt. So haben wir uns auch ein paar Mal vertan und sind woanders gelandet als geplant. Jedenfalls kamen wir an unserem Ziel, dem Montmartre, an, stiegen aus und sahen vor den Aufzügen eine Traube Menschen stehen. Ich fragte mich, warum? Sind sie alle zu faul die Treppe zu nehmen? Ich war jedenfalls nicht bereit, auf die Aufzüge zu warten und nahm die Treppe....................Stufe für Stufe, immer rund herum, viele, viele Stufen und noch mehr Stufen und langsam wusste ich, warum die Leute alle vor den Aufzügen warteten. Es waren mindestens 200 Stufen, eher noch mehr. Ich hätte sie zählen sollen, aber ich wusste es ja nicht und zurück wollte ich auch nicht mehr. Oben angekommen war da eine Straße und auf der anderen Straßenseite sah ich wieder Stufen. Musste man die auch noch erklimmen? Ja, ich kam nicht drumherum, denn ich wollte ja dort hin, wo die Maler saßen und ihre Bilder ausstellten. Dort oben angekommen hatte ich nur eins im Sinn: Ein schönes, kühles Getränk! Diese sportliche Leistung musste ich mir selbst belohnen.

Nachdem die Künstler mit ihren Schätzen begutachtet waren, ging es weiter zur Basilique de Sacré Coeur. Das ist ein beeindruckender Bau mit einer breiten Treppe davor, die auch viele, viele Stufen hat. Aber diese Stufen brauchte ich nur noch hinunter zu gehen, nicht hinauf. Das war einfacher. Von dort oben, vor der Basilique aus, hat man einen weiten Blick über die Dächer von Paris. Es wird einem klar, was für eine riesige Stadt das ist.

Nun ging es die Stufen hinunter auf die Straße und noch eine Straße hinunter und wir kamen ins Viertel Pigalle, auf den Boulevard de Clichy. Hier sind die ganzen Sex-Shops und Nachtbars. Muss man auch gesehen haben, oder?
Wir kamen zum Moulin Rouge, was ja weltbekannt ist. Die Aushänge im Foyer sind aufwendig gemacht. Die ausgestellten Fotos erscheinen immer wieder anders, je nachdem von welcher Seite man sie betrachtet. Ist schon beeindruckend. Es hängt auch eine Karte aus, was es dort kostet, wenn man sich vergnügen will. Über die Preise haben wir nur gestaunt. So was war nichts für unser Portemonnaie.

Wir sind noch ein paar Straßen weiter geschlendert, haben uns in ein Straßencafé gesetzt und einen erfrischenden Perrier Minthe getrunken, denn die Sonne machte uns Durst.

Anschließend fuhren wir mit einem Taxi zurück ins Hotel. Während der Fahrt musste ich manchmal die Augen schließen, denn dieser Fahrer hatte einen Fahrstil, der mehrmals fast zu einem Crash geführt hätte.

Am Abend mussten wir alles noch einmal durchdenken und besprechen und schliefen sehr gut, weil wir hundemüde waren.

Der nächste Tag fing auch sonnig an und nach einem guten Frühstück fuhren wir wieder per Taxi nach Paris rein. Dieses Mal ging es zuerst zum Tour d'Eiffel. Den haben wir schon aus der Ferne gesehen, aber aus der Nähe war er direkt monströs. So dicke Eisenträger, Schrauben, ein so großes, ja ich möchte sagen dickes Bauwerk ist der Tour d'Eiffel, dass ich sehr beeindruckt war. Er ist nicht schön, aber er ist etwas Besonderes. Diesen Turm bekam ich aus der Nähe nicht auf ein Foto drauf. Man kann mit dem Aufzug ganz hinauf fahren, aber das war mir zu riskant, ich sah mir das Bauwerk lieber von unten an.

So schlenderten wir durch den Park und sahen uns immer wieder um, damit wir den Turm aus jeder Entfernung in Augenschein nehmen konnten. Wir freuten uns sehr, dass wir hier waren und dieses bekannte Bauwerk praktisch anfassen konnten.

Am Ende des Parks hinter dem Eiffelturm steht die Ècole Militaire. Wir gingen vor ihr den Boulevard entlang, vorbei am Hotel des Invalides, zur Seine und weiter an ihrem rechten Ufer entlang. Es gibt viele Brücken, jede hat etwas für sich. Mir hat die Pont Alexandre III am besten gefallen. Wir passierten alle diese Brücken und schauten auf die Fahrgastschiffe, wo sich die Touristen Paris vom Fluss aus anschauten, was bestimmt auch sehr schön ist.

Schließlich kamen wir zu den Souvenirläden auf der Mauer der Seine. Davon hatten wir noch nicht gehört und fanden das super. Da haben die Leute ihre "Läden" in Kästen auf der Mauer und davor untergebracht. Die Kästen sind mit Schlössern gesichert und werden morgens aufgeschlossen und aufgeklappt. Fertig ist der Laden. Man glaubt nicht, was da alles hinein passt.

Weiter ging es und automatisch kamen wir zu Notre-Dame, einer gigantischen Kathedrale. Drinnen ist es ziemlich düster, nur die wunderbaren bunten Fenster machen die Kirche etwas freundlicher. Es gibt Nischen, wo man beten oder beichten kann und Teile, wo die Touristen nicht hinkommen, wo Stille herrschen soll. Sehr beeindruckend.

Wir liefen dann im hellen Sonneschein über einen Blumenmarkt. Da gab es Blumen in allenGrößen und Farben und auch anderes Zierart für den Garten. An Sonntagen soll hier immer ein Vogelmarkt sein.

Nach einiger Zeit suchten wir uns wieder eine Metro-Station, die wir im Forum des Halles fanden. Das ist ein gläsernes Einkaufscentrum und darunter ist der größte U-Bahn-Bahnhof Europas.

Wir fuhren zur Champs des Elysees, wiel wir uns vorgenommen hatten, dort noch mal in ein schönes Straßencafé zu gehen und das Leben rundherum zu beobachten.

Wir erwischten auch ein ganz nobles Café, das sogar Stoffservietten hatte, was sich natürlich im Preis unserer Speisen niederschlug. Aber das war uns egal, wir hatten es uns verdient. Hier haben wir lustige und schöne Beobachtungen gemacht, die viel Gesprächsstoff ergaben.

Abends im Hotel war wieder Nachlese fällig. Wir hatten uns eine schöne Flasche Wein und Käse mitgenommen aufs Zimmer und es uns so richtig gemütlich gemacht. Es gab so viel zu erzählen und unsere Tage in Paris gingen leider zu Ende. Am nächsten Tag mussten wir abreisen.

Es waren schöne Tage in Paris, die in die Erinnerungen des Lebens eingehen werden als ganz besondere Erfahrung.


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